5. Jahrgang 2000

2000. 318 Seiten (Broschur). ISSN 1430-7820

Mit dem fünften Jahrgang der ZThG laden wir Sie, verehrte Leserinnen und Leser, neuerlich zu einer Lesereise in die (Un-)Tiefen freikirchlicher Gedanken über Gott und die Welt ein. Was dem sprachgewaltigen Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki recht ist, ist auch dem Theologen billig. Die in unserer Zeitschrift nachzulesende theologische Literatur will mitteilen, belehren (im besten Sinne des Wortes) und, darin durchaus mit der Belletristik verwandt, auch ein wenig unterhalten: Honni soit qui mal y pense! Das Glück, etwas erkannt oder entdeckt zu haben, nötigt nun einmal zur Mitteilung. Literatur ist immer auch verdichtete Entdeckerfreude und Entdeckerglück, und sei es, dass man sich eine Last von der Seele schriebe. Das Wort kann nämlich nicht nur Fleisch, es muss auch immer wieder Wort werden, um anderswo in Fleisch und Blut überzugehen.

Das vorliegende Heft bleibt auch im neuen Jahrtausend der eingeschlagenen Linie treu: Wissenschaftliche sowie populäre theologische und kirchliche Beiträge stehen nach Rubriken getrennt eng beieinander. Auf dieses komplementäre Element, das den Ernst wissenschaftlicher Besinnung mit der Reflexion der eigenen kirchlichen Erfahrung und Praxis zu verbinden sucht, möchten wir auch künftig nicht verzichten. Die Voten unserer Leserschaft haben uns darin sehr bestärkt.

Weiterhin leisten wir uns daher den im freikirchlichen Raum raren Luxus unabhängiger, kritischer und durchaus unorthodoxer theologischer Sichtweisen, wohl wissend, dass wir dadurch manchen alten und neuen Traditionshütern ein Dorn im Auge sind. Anbiederung und ›Hofberichterstattung‹ zum größeren Ruhm der eigenen (Frei-)Kirche ist schon deshalb nicht unsere Sache. Drücken sich Freude und Glück in ihrer literarischen Verdichtung doch gerade auch als Freiheit zur Kritik am Bestehenden aus, wie der oben zitierte Literaturkritiker bis ins hohe Alter hinein belegt. Auf die manchmal aufmüpfige Freiheit »unterwegs zur Sache« (E. Jüngel) kann die Kirche Jesu Christi unmöglich verzichten.

Aus dem Inhalt:

Essays – L. Röcke: Weltschöpfung und Naturwissenschaft. – R. Dziewas: »Ist der Papst schuld an Schwangerschaftsabbrüchen?« – Artikel – H.-H. Mallau: Abtreibung in der Bibel, im Judentum und im Urchristentum. – K. Strübind: »Das Wort ward Bild«. Gottesschau und Gotteswort im Alten Testament. – E. Geldbach: Die Wahrheits- und Versöhnungskommission in Südafrika. – A. Strübind: Dienst am Volk. Das Diakoniewerk Tabea und das ›Dritte Reich‹. – E. Geldbach: Geschichte und Auftrag der freikirchlichen Diakonie in Europa. – E. Schütz: Noch einmal: Rechtfertigungslehre und die »Gemeinsame Erklärung«. – R. Henkel: Religions- oder Kirchengeographie. – R. Löding-Ehrenstein: Farbige Schafe. Dimension der Religiosität. – Theologie im Kontext – K. Strübind: Was heißt »evangelisch-freikirchlich«? – Theologische Sozietät – D. Lütz: Der Absolutheitsanspruch des Christentums. – H. Bettscheider: Wahrheit und Umgang mit anderen Religionen. – U. Baumann: Christentum und Weltreligionen. – Dokumentation – M. Rothkegel: Eine Täuferversammlung in der Görlitzer Heide im Jahr 1539. – Theologie und VerkündigungTheopoesieTheosatire – Bibliographie und Register u.v.m.